Bautrends mit blick auf 2019

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Da für die globale Bauwirtschaft zwischen 2019 und 2020 eine Verbesserung um 3,7 % prognostiziert wird, wird die globale Bauproduktion bis 2022 auf 12,9 Billionen US-Dollar steigen. Im vergangenen Jahr sind die Investitionen in die Bautechnik um 30% gestiegen, was 1 Milliarde US-Dollar entspricht. Da die Investitionen in das Bauwesen und seine Technologien weiter zunehmen, müssen Bauunternehmen die Bautrends im Auge behalten, die ihnen bei immer stärker werdendem Wettbewerb in der Branche einen Vorteil verschaffen können.

Nach der Zusammenfassung der größten Bautrends des Jahres 2018, die sich bis 2019 fortsetzen werden, setzen wir in diesem Artikel unsere Liste für das neue Jahr fort.

In unserer Zusammenfassung 2018 sprachen wir über Bausoftware und Apps, Building Information Modeling (BIM), Fertigteil- und Modulbau, grünes und nachhaltiges Bauen und vieles mehr.

Drohnen

Wir haben im vorherigen Blog-Artikel das Thema Drohnen kurz angeschnitten. Im neuen Jahr, wird das Thema aber bereits eine weitaus bedeutendere Rolle spielen. In der Vergangenheit dauerte die Vermessung einer ganzen Baustelle Wochen oder sogar Monate! Mit dem Einsatz von Drohnen wird die Vermessungszeit jedoch auf wenige Minuten reduziert. Unternehmen sparen nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld.

Die Drohnentechnologie entwickelt sich ständig weiter und wird vor allem in Bezug auf Genauigkeit und Präzision immer besser. Immer mehr Unternehmen nutzen Drohnen bereits. Achten Sie in diesem Jahr also vor allem auf Bauunternehmen und Auftragnehmer, die Drohnen einsetzen!

Robotertechnik

Robotertechnik ist ein heikles Thema für die ältere Bau-Generation, besonders das Zitat: „Roboter werden unsere Bauarbeiten mit der Zeit komplett übernehmen“ sorgt immer wieder für Kritik. Zunächst einmal wollen wir das Thema etwas relativieren, denn Roboter werden auch im kommenden Jahr niemandem den Job wegnehmen. Vor allem, wenn man im Hinterkopf behält, dass es derzeit einen Arbeitskräftemangel in der Baubranche gibt und sich immer weniger der jüngeren Generationen für diese Branche entscheiden.

Es war eine Studie aus dem Jahr 2018, die alle Bauarbeiter zusammenschrecken lassen hat, indem sie behauptete, dass Roboter 2,7 Millionen Bauarbeiten ersetzen oder verdrängen werden. Ja, eine sehr alarmierende Zahl, die aber auch im Zusammenhang mit der Art und Weise, wie sie ermittelt wurde, untersucht werden sollte. Im Grunde genommen verwendete die Studie Beschäftigungszahlen, die auf verschiedenen Baugewerken basieren und wendete dann eine Wachstumsrate von 6,5% pro Jahrzehnt an, um die Beschäftigungszahlen für 2057 zu prognostizieren. Dann haben sie auf der Grundlage eines McKinsey-Berichts potenzielle Schätzungen über die Beschäftigungszahlen vorgenommen, um zu sehen, wie viele Arbeitsplätze vermutlich verdrängt werden.

Vereinfachen wir diese Aussagen: Es gibt Arbeitsplätze im Bauwesen mit hohem Automatisierungspotenzial (wie Betriebsingenieure mit 88% Automatisierungspotenzial) und unvorhersehbare physikalische Bauarbeiten mit niedrigem Automatisierungspotenzial (wie Dachdecker mit 31%, Bauarbeiter mit 35% und Blecharbeiter mit 39%). Insgesamt schätzt McKinsey ein Automatisierungspotenzial von 38% für unvorhersehbare körperliche Arbeiten und 70% Automatisierungspotenzial für Bau- und Gewinnungsarbeiten.

Die Studie kam auch zu dem Schluss, dass nur 5% aller Arbeitsplätze in allen Branchen das Potenzial für einen Austausch durch Roboter haben.

Derzeit werden Roboter für sich wiederholende Aufgaben wie Maurerarbeiten eingesetzt. Und da sie ohne Mittagspausen oder Schlaf nonstop arbeiten können, sind sie besonders effektiv. Sie können für 2019 also erwarten, dass mehr Roboter für die Branche entwickelt und eingesetzt werden. Dabei werden Sie allerdings feststellen, dass die Arbeiter effektiver werden und sich nur noch auch qualifizierte Aufgaben konzentrieren, während die Roboter die monotonen Aufgaben übernehmen.

Augmented reality (Erweiterte realität)

Falls Ihnen Augmented Reality (AR) noch kein Begriff ist, hat Redshift von Autodesk sie zusammengefasst als „eine lebendige, kopierte Ansicht einer physischen, realen Umgebung, deren Elemente durch computergenerierten sensorischen Input ergänzt werden. Virtual Reality ersetzt die reale Welt durch eine simulierte Version dieser, während Augmented Reality die reale Welt mit – im Falle der Architektur – einem 3D-Modell des Designs ergänzt.“

In der Konstruktion und Architektur bedeutet AR, einen Entwurf zu verwenden und unter Verwendung von 3D-Modellen und mobilen Geräten auf einen bestehenden Raum zu projizieren. Neben der Visualisierung kann AR auch Konstruktionsprobleme erkennen und Nacharbeiten vermeiden, indem sie behoben werden, bevor sie überhaupt auftreten. AR unterstützt auch den Bau von vorgefertigten Komponenten. Immer mehr Architekten und Bauunternehmer setzen AR ein und wir gehen davon aus, dass wir 2019 mehr davon sehen werden.

Wearable technology (tragbare technologie)

Die Wearable Technologie ist ein neuer Trend im Bauwesen, der die Arbeitssicherheit enorm erhöht. Was wir im letzten Jahr gesehen haben, waren intelligente Arbeitsstiefel mit Sensoren für Temperaturen und Gaslecks, Schutzbrillen mit der Möglichkeit, 3D-Overlays auf der Baustelle zu sehen, intelligente Schutzhelme, die Müdigkeit überwachen können, indem sie die Gehirnströme der Arbeiter messen, und vieles mehr. Wir sind gespannt, was 2019 in Sachen Wearable Technologie auf der Baustelle für uns bereithält!

Selbstheilender beton

Selbstheilender Beton ist eine Erfindung, die Bauingenieurwesen und Meeresbiologie verbindet. Der Mikrobiologen Hendrik Jonkers fand einen Weg, die Lebensdauer des Betons zu verlängern, indem er selbstaktivierende kalksteinproduzierende Bakterien in den Beton einbettete. Diese Konstruktion soll die Menge an neuem Beton reduzieren und dadurch Reparatur- und Wartungskosten minimieren.

Mit dem Drang nach umweltfreundlichen Materialien und Methoden werden wir in diesem Jahr wahrscheinlich mehr über selbstheilenden Beton und verwandte Materialien hören!

In einem älteren Beitrag haben wir bereits über einen niederländischen Materialwissenschaftler berichtet, der an selbstheilenden Asphaltstraßen arbeitet.

Welche anderen bautechnischen Trends sollten wir Ihrer Meinung nach als nächstes vorstellen? Wir würden uns freuen, von unseren Lesern zu hören. Falls Sie an dem Thema interessiert sind, sollten Sie auch unseren Artikel über die Anwendung von Bautechnologien für eine sicherere Baustelle lesen.

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